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Kosch
Leitbild der Stiftung KOSCH
Unsere Grundhaltung gegenüber Selbsthilfegruppen Menschen sind, ungeachtet ihrer aktuellen Lebenssituation, lern- und entwicklungsfähig. Ihr Handeln entspringt autonomer Willens- und Herzensbildung, wobei sie sich ihrer Aufgabe und Verantwortung als Teilhabende im sozialen Geschehen bewusst sind. Die Verantwortung für sich selbst wird in der Selbsthilfegruppe aufrechterhalten, genauso wie jede Selbsthilfegruppe für ihr Tun die volle Verantwortung übernimmt.
Die Gruppe ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder, sie birgt ein grosses Entwicklungspotenzial. Die Aufgabe einer Selbsthilfegruppe besteht darin, sich selbst so zu organisieren, dass jedes Mitglied sich mit seinen Anliegen entfalten und Verständnis und Anerkennung findet. Die eigenen Interessen, das Interesse für die andern und die Bildung eines Gruppeninteresses bilden die Grundlagen für die Freisetzung der Ressourcen.
Unsere zentralen Werte Wir anerkennen die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Selbsthilfegruppen als Abbild unserer demokratischen Gesellschaft. Wir achten einerseits auf Gleichbehandlung der Themen und distanzieren uns lediglich von Gruppen, die den geltenden ethischen Richtlinien zuwiderhandeln.
Auch die in der Selbsthilfe-Förderung tätigen Organisationen repräsentieren ein vielfältiges Spektrum. Wir bilden eine gemeinsame Plattform mit Organisationen die Selbsthilfegruppen fördern, wobei die verschiedenen PartnerInnen ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Grenzen der Zusammenarbeit sind erreicht, wenn die geltenden ethischen Grundsätze und Standards für den Umgang mit Selbsthilfegruppen übergangen werden.
Wir sorgen für einen offenen und den Beteiligten zugänglichen Wissenstransfer. Wir fördern eine partnerschaftliche Gesprächskultur, die in den SH-Gruppen, zwischen den SH-Gruppen und KOSCH sowie innerhalb von KOSCH gepflegt werden soll. Differenzen und Konflikte werden als Teil der lebhaften Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Akteuren betrachtet, die eine faire Streitkultur erfordert.
Unser Verständnis von Gesundheit Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern umfasst den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit. Das von A. Antonovsky entwickelte Salutogenese- Modell entspricht unserer Auffassung vom Menschen, der sich in einem dauernden Kontinuum zwischen Krankheit und Gesundheit befindet: „alle sind wir sterblich und solange noch ein Hauch von Leben in uns ist, sind wir in einem gewissen Grad gesund“.
Mitglieder von SH-Gruppen übernehmen aktiv die Verantwortung für ihre Gesundheit und durch die zustimmende Hinwendung zu Menschen „im selben Boot“ leisten sie einen unschätzbaren Beitrag in unserem Gesundheitswesen
Wir setzen uns dafür ein, dass die Betroffenen ExpertInnen ihres Problems sind und bleiben. Wir wirken mittels Schulung und andern Handlungsinstrumenten darauf hin, dass alle Bestrebungen, Selbsthilfegruppen zu unterstützen ihrer Selbstbefähigung dient, Die Betroffenen behalten ihre Definitions- und Handlungsmacht bezüglich ihrer Probleme und den Umgang mit denselben. Wir betrachten das Fachwissen der Selbsthilfegruppen-UnterstützerInnen und das Erfahrungswissen der Betroffenen als gleichwertig und streben eine möglichst egalitäre Beziehung zwischen Betroffenen und Fachleuten an.
Wir bewerten die Arbeit von Selbsthilfegruppen als in hohem Mass förderlich für die Gesundheit von Einzelnen. Indem sie ihren gesundheitlichen Anliegen öffentlich und bei zuständigen Stellen und Fachleuten im Gesundheitswesen Gehör verschaffen, geht ihre Wirkung weit über die SH-Gruppen hinaus.
Wirkungungskreis unserer Tätigkeit KOSCH wirkt im schweizerischen Gesundheitssystem gemäss WHO-Empfehlung für Selbsthilfe. Wir positionieren uns national durch themenübergreifende Fachkompetenz bei der Selbsthilfe-Förderung und vermitteln das Image, professionell, gesundheitsfördernd und entwicklungsorientiert zu sein.
KOSCH ist Ansprechspartnerin für Kontaktstellen, Selbsthilfe-Organisationen, Fachstellen, Medien, gesundheitspolitische Gremien. Sie steht in der Regel nicht in direktem Kontakt mit Selbsthilfegruppen. Unsere Aufgabe als nationale Anlaufstelle (zentrale Telefonnummer) delegieren wir nach Möglichkeit an die Kontaktstellen.
Wir streben ein hohes fachliches Niveau an sowohl bei der Geschäftsstelle als bei den Kontaktstellen, die themenübergreifend in der Selbsthilfegruppen-Unterstützung wirken. Wir bemühen uns, all unsere Tätigkeiten im Interesse der Basisbewegung zu planen und durchzuführen:
Im Stiftungszweck verankert ist der Auftrag, regionale Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen zu unterstützen und ihren adequaten Ausbau sicherzustellen (regionale Verankerung, gesicherte Finanzierung, Koordination, Vernetzung, Qualitätssicherung) Wir übernehmen die Funktion einer Dachorganisation unter Vorbehalt der uns zur Verfügung stehenden Kapazitäten und der realpolitischen Situation mit einem Bundesamt Wir vertreten als Akteurin in sozialpolitischen Gremien die Interessen der Selbsthilfebewegung nach aussen und bemühen uns, die gesetzliche Verankerung der Selbsthilfegruppen-Förderung sicherzustellen Wir initieren Forschung als Legitimations- und Fördermassnahme und wollen deren Ergebnisse für die Selbsthilfebewegung in der Schweiz nutzbar machen.
Entwurf rh/1.10.02
Quelle: Internetseite der Organisation
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