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McDonald Haus Bern
Das Ronald McDonald Haus der Kinderkliniken Bern Bedürfnisgerechte Unterkunft für Eltern und Angehörige hospitalisierter Kinder
Das Ronald McDonald Haus der Kinderkliniken in Bern, wurde als 2. Haus in der Schweiz auf Oktober 2001 eingerichtet, eröffnet und eingeweiht. Die Feierlichkeiten fand vom 11.-14. Oktober 2001 statt.
Warum wir in der Berner Universitäts-Kinderklinik ein Ronald Mc Donald Haus brauchen
Frau Dr. med. Annette Ridolfi, Verantwortliche für das Ressort Kommunikation der Medizinischen Universitäts-Kinderklinik
Ein Spitalaufenthalt ist immer ein einschneidendes Ereignis in der Biographie eines Kindes und oft einer ganzen Familie. Wie gut dieses kritische Ereignis von Säuglingen, Kleinkindern, Schulkindern und Adoleszenten verarbeitet wird, ist zu einem grossen Teil abhängig von der Begleitung des Patienten durch seine Bezugspersonen, von der Unterstützung, die das Kind erfährt und vom Gleichgewicht der gesamten Familie während dieser Zeit.Viele Begleitumstände wie Entlastung der Eltern zu Hause und am Arbeitsplatz, Distanz vom Elternhaus zum Spital, finanzielle Belastung usw. sind neben der Ausgeglichenheit und den Ressourcen der Eltern von entscheidender Bedeutung für die Begleitung des Kindes im Spital. Die regelmässige Anwesenheit der Eltern oder einer Bezugsperson muss daher mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ermöglicht werden.
Bis in die frühen Siebziger Jahre war in allen Kinderspitälern der Schweiz die Besuchszeit für Eltern beschränkt. Eine Öffnung des Spitals mit einer Besuchzeit „Rund um die Uhr“ erfolgte erst, nachdem Kinderpsychiater und Psychologen in verschiedenen Untersuchungen zeigen konnten, welch gravierende Folgen eine längere totale Trennung eines Kindes von seinen Eltern haben kann. Die Kinder reagieren mit Verzweiflung, Trauer und Resignation, die schliesslich in einer schweren Depression enden kann. Nicht selten fanden sich früher in der Biographie von Kindern, die wegen Schlafstörungen oder anderen psychischen Problemen abgeklärt wurden, ein unverarbeiteter Spitalaufenthalt in der frühen Kindheit mit längerer Trennungsphase zwischen Kind und Eltern.
Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass bei uns in der Schweiz in den Siebziger Jahren in allen Kinderspitälern die Besuchszeit „Rund um die Uhr“ für die Eltern oder andere Bezugspersonen eingerichtet wurde. Dies bedingte eine enorme Umstellung für die Spitäler, die Pflegenden und Aerzte:
Die Krankenschwestern, die zuständig waren für die Behandlung und Pflege des Kindes und gleichzeitig während der langen Phasen der Abwesenheit von Mutter oder Vater die Gesamtbetreuung des Kindes übernahmen, mussten sich von einem Tag auf den anderen auf eine neue Aufgabenteilung einstellen. Verrichtungen und schmerzhafte Eingriffe, Arzt-Visiten von denen die Eltern bisher ausgeschlossen waren, wurden plötzlich in deren Anwesenheit durchgeführt. Verschiedene Pflegeverrichtungen, für die früher ausschliesslich die Krankenschwestern zuständig waren, wurden nun - nach entsprechender Anleitung durch die Pflegenden - auch von den Eltern übernommen. Die Pflegenden übernahmen damit neue Instruktionsaufgaben – diesmal nicht bei den Schwesternschülerinnen, sondern bei den Müttern und Vätern. Aerzte und Pflegende mussten während des ganzen Tages dem Informationsbedürnis der Eltern nachkommen, das durch ihre Anwesenheit und Teilnahme am Geschehen, deutlich angestiegen war. Schliesslich führte die Anwesenheit der Eltern tags-und nachtsüber auch zu neuen Bedürfnissen und enormen Platzproblemen, da die Essensversorgung, die Spitalzimmer und sanitären Anlagen nicht für Eltern, die sich ganztags im Spital aufhielten und im Patientenzimmer übernachteten, eingerichtet waren.
Ein Vierteljahrhundert später ist die uneingeschränkte Besuchszeit für Eltern bei ihren kranken Kindern zur Selbstverständlichkeit geworden; mehr noch, die Unterstützung der Eltern zur Motivation der Kinder, ihr Trösten bei unangenehmen Verrichtungen, das Mithelfen zum Durchhalten, die Hilfe bei Pflegeverrichtungen, beim Essen oder Waschen sind aus dem Klinkalltag einer Kinderklinik nicht mehr wegzudecken.
Viele Eltern bleiben rund um die Uhr bei ihren Kindern. Manche möchten abends gerne nach Hause fahren und das Spital verlassen. Für viele ist dies wegen des langen Anreiseweges nicht möglich. Sie bleiben dann bei ihrem Kind, obwohl sie sich in der Nähe des Patientenbettes schlecht erholen. Gerade bei längerdauernder Hospitalisation oder bei schwer oder chronisch kranken Kindern, darf die Erholung der Eltern nicht vernachlässigt werden. Eltern die selber völlig erschöpft sind, können ihr Kind nicht angemessen unterstützen.
Eine finanziell tragbare oder sogar Gratis- Unterkunft konnte die Berner Universitäts- Kinderklinik bisher nur in streng ausgewählten Fällen zur Verfügung stellen. Sehr oft mussten für Eltern daher andere, nicht befriedigende Lösungen gesucht werden. Eine Unterkunft in Spitalnähe, die den Eltern erlaubt, sich für ihre eigene Erholung vom Krankenbett zu entfernen und im Ernstfall doch rasch erreichbar zu sein, eine Einrichtung, die auch mehr als einer Familie Unterkunft bietet und dies in finanziell tragbarem Rahmen – von einer solchen Unterkunft haben wir lange geträumt. Unter der Trennung der Familie leiden nicht nur die Eltern, die lange Zeit bei ihrem kranken Kind im Spital verbringen, sondern auch die Patienten selber und in besonderem Masse auch ihre gesunden Geschwister. Mit den bisherigen Möglichkeiten waren Besuche von gesunden Geschwistern trotz Öffnung der Besuchszeiten im Spital nur sehr beschränkt möglich. Wenn neben dem betreuenden Elternteil nun auch gesunde Geschwister in Spitalnähe Unterschlupf finden, wird dies in manchen Familien den Trennungsschmerz und die Belastung durch den Spitalaufenthalt eines kranken Kindes nachhaltig mindern, sowohl für den Elternteil im Spital, den Patienten als auch für seine gesunden Geschwister. 
Quelle: http://kinderheilkunde.insel.ch/2845.html
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